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AX2 212 |
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Das Soundchamäleon |
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Testbericht aus Gitarre & Bass 7/98 |
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Es war ja zu erwarten, daß man bei Line6 auf Aktivitäten von Mitbewerbern reagieren würde. So haben wir jetzt den allerersten in Deutschland angekommenen AX2 212 zum Test erhalten, und werden sehen, was sich im Vergleich zum Vorläufer AxSys getan hat. Ein schöner Nebeneffekt von Physical Modeling und digitaler Technik ist ja, daß man Software tauschen und somit immer auf den neuesten Stand der Dinge aufrüsten kann. So wird es in absehbarer Zeit für all diejenigen, die den Vorläufer besitzen, ein "Upgrade Kit" geben, um aus dem AxSys (Test in Ausgabe 1/97) eben den AX2 zumachen; gespeicherte User-Programme gehen dadurch übrigens nicht verloren! Doch was ist so anders am Neuling? Es sind die inneren Werte, die große, bedienerfreundliche Frontplatte bleibt erhalten, anders wäre die genial einfache Handhabung dieses Soundchamäleons nicht zu erreichen. Die Simulation der Verstärker wurde überarbeitet und das Angebot neben legendären Modellen (Namen wie Fender, Marshall, Vox, Soldano usw.) um einige "Exoten" erweitert. Daneben zeigen sich vermehrt "AX2-Signature-Sounds", um vorzuführen, daß ein guter Ton nicht unbedingt einen legendären Vater braucht. Neu in der Effektabteilung sind ein Bandecho (nach einem alten Echoplex modelliert), eine Octave Box (Jimi, ick hör dir trapsen) sowie Ringmodulator und Frequenzmodulation. Letztere beiden für die absolutabgehobenen Psychedelic-Sounds. Im Zuge der Überarbeitung stellte man auch eine kleine Ungereimtheit in der Bedieneroberfläche ab. Die sogenannten Funktionsregler sind, wenn die "Main Row" in der Matrix angewählt ist, wie die Klangregelung eines Standardamps zu nutzen. So sollte es eigentlich sein, allerdings bediente man im AxSys den der Verstärkersimulation nachgeschalteten EQ; mir ist es nicht aufgefallen, anderen auch nicht, aber halt irgend jemandem, der herausfand, daß sich die Amp-spezifische Klangregelung in einer anderen Parameterebene befand. Der AX2 jedenfalls besitzt eine dem gewählten Amp entsprechend ausgeführte Klangregelung; die Regler reagieren jetzt auch sofort auf jede kleine Änderung - vorher mußte ja erst einmal die gespeicherte Einstellung per Dreh gefunden werden, um überhaupt etwas Editieren zu können. Für all diejenigen, die den Test in Ausgabe1/97 nicht gelesen haben, jetzt noch einmal eine kurze Zusammenfassung, was so ein Line6-Ampsystem überhaupt ist. konzept |
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Bei Line6 hatte man die Idee, daß ein Verstärker mit all seinen Konstruktionsdetails, dynamischen Reaktionen auf das Eingangssignal, Klangcharakteristik usw. in digitalerTechnik zu realisieren sei. Bei Keyboards gab es so etwas schon länger und das Roland VG8 (Virtual Guitar System) galt als Pionierleistung. Doch während hier ja alles inkl. Gitarre nachzubauen ist, beschränkte sich Line6 auf die Simulation von Verstärkern, so daß der Gitarrist sein favorisiertes Instrument weiterhin nutzen kann. Und so entstand ein Ampsystem, das die verschiedensten, meist legendäre Verstärkermodelle beinhaltete, unterschiedliche Boxenbestückengen, die gebräuchlichsten DigitalEffekte und zu allem Überfluß noch eine Menge Trampelkisten inkl. WahWah sowie ein autochromatisches Simmgerät. Und wer soll das alles bedienen? Da hat jemand richtig nachgedacht, denn alle Infos, die man braucht, sind auf der Frontplatte zufinden, und wer nicht in die tieferen Geheimnisse eindringen, sondern z. B. nur die Delayzeit ändern möchte, braucht noch nicht einmal in die klar strukturierte und äußerst witzig geschriebenen deutsche(!) Bedienungsanleitung zu schauen. Man wählt einfach die entsprechende Parameterebene per Taster an und nimmt die Änderung mit dem entsprechenden Funktionsregler vor. Um den neuen Sound abzuspeichern, wird Save gedrückt, das Display blinkt. Hat man schon einen geeigneten Speicherplatz, noch einmal Save drücken - fertig. Anderenfalls gelangt man per Bank Up/Down und Channel-Taster zu dem gewünschtenSpeicherplatz und drückt noch einmal auf Save. Vielleicht braucht ja auch gar nichts editiert werden - schließlich stehen 128 Werkpresets zur Verfügung (für eigene Kreationen ebenfalls 128 Speicherplätze), da müßte doch etwas dabei sein, oder? Weiterhin ist der Line6 mit zwei Endstufen á 50 Watt und zwei Eminence-Speakern (12") bestückt, verfügt über frequenzkorrigierte Dl-Ausgänge, Kopfhöreranschluß, MIDI In/Out, zwei Volumen/Controllerpedal-Anschlüsse und die Buchse für das optionale Floor Board, das jetzt endlich lieferbar ist und die Bedienung nochmals komfortabler gestaltet. Für weniger komplexe Anwendung ist nach wie vor das FB4-Pedallieferbar, das zur Kanalanwahl und zum Eingeben von Tap Tempo (Delay) dient. Floor Board: Wer kennt sie nicht, diese mehr oder weniger selbstgebauten Pedalbretter, die doch so enorm praktisch sind und jede Menge Bodeneffekte, samt WahWah,Volumenpedal, Netzteile usw. aufnehmen. Meist wählen Musiker solche Bretteraus, die dem MlDI-Braten nicht trauen oder sich erst gar nicht damit beschäftigen wollen. Klar, so geht es jaauch. Das Floor Board von Line6, das übrigens mit allen Amps dieses Herstellers kombinierbar ist, verbindet das Nützliche mit dem Praktischen. Man kann einmal natürlich die gespeicherten Programme abrufen (Bank Up/Down, Channel A, B, C, D) wie mit einem der üblichen MlDl-Boards. Mit dem Schalter Channel-Select/EffectOn/Off gelangt man in eine zweite Ebene, die es ermöglicht Effekte an- und auszuschalten wie bei den obengenannten Brettern voller Trampelkisten. Im einzelnen: Verzerrer, EQ, Trem/Chorus, Delay und Reverb (die natürlich im Programm enthalten sein müssen). Weiterhinkann eine Drive/Boost bezeichnete Funktion aktiviert werden, um z. B. mit selbem Sound aber höherer Verzerrung bzw. Lautstärke ein Riff zu spielen - trickreich. Der Schalter Tap-Tempo/Tuner ist immer aktiv; mit ihm kann die Delayzeit entsprechend demTempo des Songs "eingetreten" oder per längerem Halten das autochromatische Stimmgerät aktiviert werden. Das Stimmgerät läßt sich selbstverständlich zwischen 335 und 445Hz am Verstärker selbst kalibrieren. Leuchtpfeile zeigen, ob die Saite zu hoch oder zu tief ist bzw. die zwei mittleren, wenn es stimmt. Das Display zeigt die Tonnamen an. Dann besitzt das Floor Board ein Controller Pedal zur Steuerung des Wah-Effekts, das wie im richtigen Leben per Schalter aktivierbar ist und eine LED-Anzeige besitzt; außerdem kann man es im Modus Wah-Type 5 zum Verändern diverser Parameter in Echtzeit oder zum Überblenden von einem Verstärker zum anderen der "AX2-Layer" Programme einsetzen. Daneben direkt das Volumenpedal, das bei unserem AX2 an drei verschiedenen Stellen des Signalwegs einsetzbar ist (Pre = vor den Verzerrern; Dis= hinter den Verzerrern; Post vor den Digitaleffekten). Das Floor Board findet über ein knapp sechs Meter langes Kabel aus der Computerindustrie Verbindung zum Verstärker. Obwohl die Stecker wahrlich nicht so vertrauensvoll aussehen wie z. B. XLR-Stecker, kann ich Entwarnung geben; dadurch, daß sie fast gänzlich in den Buchsen verschwinden, hat ein Unheil bringender Fuß gar keine Chance sie zu treffen. Sowieso können Fußtritte dem Board nichts anhaben, es besitzt einsolides Metallgehäuse, ebensolche Schalter und Pedale. Als Besitzer von AxSys bzw. AX2 kann man sich weiterhin darüber freuen, daß das Floor Board vor die Lautsprecher paßt und, weil aus Metall, von den Magneten während des Transports festgehalten wird. praxis |
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Wenn ich ehrlich gesagt an meinen letzten Auftritt denke (Ansage: kleines Besteck!), was trotzdem alles aus irgendwelchen Kisten aufgestellt und verkabelt werden mußte, dann erscheint so ein Line6 wie das Schlaraffenland. Man muß ja nicht all das, was der AX2 zu bieten hat und kann auch wirklich bis ins kleinste Detail ausnutzen. Aber zuerst mal zum Wesentlichen, demSound. Dafür habe ich nach kurzem Reinhören in die Werkpresets erst einmal die Effektsektion weggeschaltet, denn Effekte sind klasse, lenken aber häufig vom eigentlichen Grundsound ab. Dann mußten einige der "nachgebauten" Amps des AX2 gegen die Realität antreten, und der Tester staunt noch immer. Man hat die Sounds der betreffenden Amps noch authentischer getroffen, weil sie einfach transparenter, frischer und einen Schuß direkter tönen als vom AxSys gewohnt. Das hat allerdings nicht mit geänderten EQ-Einstellungen zutun, sondern das "Soundmodeling" ist noch ausgereifter, die Amps reagieren einfach realistischer. Mein geliebter AC-30 erschien auf einmal ziemlich blaß und brummte mißmutig vor sich hin. Presets sind natürlich auch ein Mittel, um den Kaufentscheid zu beeinflussen und so stellt Line6 jede Menge klassisch schöner Ampsounds mit mehr oder weniger (meistweniger) Effekten versehen zur Verfügung; außerdem einige sehr treffende Signature Sounds bekannter Gitarristen. Wer Hendrix Fan ist, sollte unbedingt Bank 23, ChannelD anwählen und dann mal das Solo von Purple Haze spielen - nicht vom Hocker fallen! So kann der AX2 richtig nette Sounds á la Knopfler (Sultans Of Swing), Tom Scholz (Boston Tone) über EvH bis hin zu Metallica und äußerst aggressiven HiGain-Settings bieten. Die speziellen AX2-Programme klingen gut und sind z. B. eine interessante Basis, um eigene Sounds zu kreieren. Eins hat mich bei einigen Ampmodellen stutzig gemacht: was clean sein sollte, ist schon mächtig angerauht und zerrt je nach Gitarrentyp gut ab. Da hat es jemand etwas zu hitzig mit der Drive-Einstellung gemeint. resümee |
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Der Feinschliff hat gelohnt und wird sich wohl in einer wachsender Fangemeinde von Line6-Anhängern bemerkbar machen.Für mich ist es nach wie vor beeindruckend, welch Anzahl hochwertiger Simulationen in diesem AxSys bzw. mittlerweile AX2 stecken, wie einfach das Ganze zu bedienen und editierbar ist sowie im Endeffekt klingt. In Verbindung mit dem durchdachten, robusten Floor Board erhält man ein Aggregat, das die größtmögliche Palette klassischer wie moderner Sounds für Gitarre auf Knopfdruck anbietet, das ohne lästige Patchkabelei und Steckernetzteile innerhalb Sekunden einsatzbereit ist. Und im Verhältnis zu "ernstzunehmenden" Multieffekten oder gar der Summe aller vorhandenen Bodentreter ist der Preis mehr als maßvoll angesiedelt.
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Fabrikat: Line 6 |
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Modell: AX2 212 |
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Herkunftsland: USA |
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Gerätetyp: E-Gitarrenverstärker-Simulator mit Stereo-Effekten, Combo |
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Leistung: 2x 50 Watt an 8 Ohm |
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Lautsprecher: 2x Eminence, (Custom Design) 12, 8 Ohm |
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Gehäuse: Preßspan, Tolex-Bezug, 8 Schutzecken, 4 Füße, Tragegriff |
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Anschlüsse: Guitar-Input, Aux-lnput, Pedal 1, Pedal 2, Fernbedienung (optional), Headphone/Stereo- Line Out (frequenzkorrigiert), Speaker links, Speaker rechts, MIDI In/Out, Netz |
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Regler: Guitar, Aux, Master, 6 Kontrollregler mit zuweisbaren Funktionen |
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Schalter/Taster: Power, User/Preset, Bank (up, down), Channel (A, B, C, D),Tuner/Tap Tempo, Compare, Save, 6x Editierzeilenauswahl |
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Effekte: Guitar-Input: Noise-6ate, Hum Canceller, Kompressor, Wah, Auta Wah, Rando-Wah, Sample/Hold-Wah,Volumenpedal, Distortion-Box; Effekt-Prozessor: Auto-Volume, Mono/Stereo-Chorus, Mono/Stereo-Flanger, Phaser, Stereo-Rotary -Speaker, Mono/Stereo Tremolo, Vibrato, Mono/Stereo-Pingpong und Multi Tap Delay, Dynamic Delay, Tape Delay, Tap-Tempo-Delay, Raumhall, Federhall, Stereo-Spread, Amp-Gain, Lautsprechersimulation |
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Einschleifweg: nein |
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Preamp: Bright, Dreiband-Pre-EQ,Drive, Amp Model (22 Ampmodelle plus Acoustic-Simulation), Füntband-Graphic EQ, Bass, Middle, Treble, Presence |
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Wandler: Dual 20 Bit linear 64fach Oversampling A/D Dual 20 Bit linear 8fach Oversampling D/ADSP: Dual DSP Architektur mit 24 Bit Stereoprocessing bei 48 MIPS(Millionen Instruktionen pro Sekunde) |
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Sonstiges: integriertes, kalibrierbares, autochromatisches Stimmgerät |
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Fuhrpark: Fender Stratocaster, -Telecaster, Gibson Les Paul; als Referenz diverse Fender-, Vox-, Marshall-Amps mit diversen Lautsprecher bzw. Boxen |
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Maße: 546 x 724 x 279 (BHT, mm) |
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Gewicht: ca. 25 (kg) |
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Preis: ca. DM 2499,- |
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Floor Board ca. DM 649,- |
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FB4 ca. DM 179,- |
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Upgrade Kit ca. DM 249,- |
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P L U S |
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Konzeption |
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Sound, Durchsetzungsvermögen innerhalb der Band |
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authentische Amp- und Boxensimulationen |
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Effektauswahl und -quaIität |
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einfache Bedienung, verständliche Anleitung |
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durchdachtes Floor Board |
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Udo Klinkhammer in Gitarre&Bass 7/98 (MM-Musik-Media-Verlag, Köln) |
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