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Welcher Amp ist der richtige für mich?

Das hängt schlichtweg von der Tatsache ab, zu welchem Zweck ich das Gerät einsetzen möchte bzw. wieviel verschiedene Ampsimulationen ich benötige. Letzten Endes ist natürlich auch alles wieder eine Preisfrage. Im folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über die einzelnen Systeme geben:



AX2 212 - das Soundchamäleon

  • 100w stereo (2x12“ Eminence)
  • 26 Amp Models + 2 Akustikgitarren-Simulationen, 15 Speaker Cab Simulationen, 3 Distortion Pedale (Ibanez Tubescreamer, Big Muff, Proco RAT)
  • alle Effekte die ein Gitarrist jemals benötigt: u.a. Chorus, Flanger, Delay, Kompressor, Phaser, Reverb, EQ, Noisegate, Trem, Leslie, Ringmodulator, Octavider, VOX Wah ...
  • 128 user Plätze
  • 128 Presets
  • Headphone/Line Out stereo
  • Midi In/Out

Jeder nur erdenkliche Sound läßt sich originalgetrau reproduzieren (bzw. eigene, auch abgefahrene kreieren), da neben den unzähligen Amps, Cabs und Effekten zusätzlich zum Dreiband-Pre-EQ (Bass, Middle, Treble) auch ein Fünfband-Post-Graphik-EQ vorhanden ist. Daß ein Amp, der 25 verschiedene Röhrenverstärker absolut authentisch simuliert selbst keine einzige Röhre besitzt, ist eigentlich das Millenium-Phänomen schlecht hin!

Mit dem Floorboard hat man auch Live Zugriff auf sämtliche Effekte, die sich wie bei herkömmlichen Stompboxes an bzw. ausschalten lassen. Das Wahpedal kann man auch als Effektregler „mißbrauchen“, um jeden beliebigen Effekt-Parameter in Realtime fließend zu steuern (z.B. Delay Volume, Chorus Speed etc.). Via Midi lassen sich die Sounds zusätzlich am PC/MAC abspeichern bzw. neue Sounds aus dem Internet nachladen. Optional ist noch ein Software-Editor eines Drittanbieters erhältlich, mit dem man den AX2 genauso komfortabel wie den POD (mit SoundDiver) am PC editieren kann. Der Vorteil gegenüber dem POD ist jedoch, daß man auch ohne PC/MAC an jegliche Parameter-Einstellungen hinkommt. Und trotz der unzähligen Einstellungsmöglichkeiten ist der AX2 - wie eigentlich alle LINE6-Produkte- übersichtlich und kinderleicht zu bedienen.

Nur der AX2 besitzt einen Regler, um das Eingangssignal der Gitarre individuell anzupassen (besonders sinnvoll bei Pickups mit niedrigem Output), einem Aux-Eingang (für Gitarren mit zusätzlichem Piezo Pickup, CD-Player etc.) einen Cabinet Spread um das Stereo Panorama zu erweitern sowie eine globale Klangregelung, um z.B. in einem halligen Saal die Reverbs aller (!) Presets zu reduzieren, ohne sie zu überschreiben! Er ist außerdem auch der einzige LINE6-Amp, der mit zwei DSP-Chips ausgestattet ist. Einer, der für die Modulation der Amps und Cabinets zuständig ist und ein weiterer, der nur für die Effekt-Section arbeitet. Alle Effekte (inklusive Reverb !) besitzen ausnahmslos Studioqualität! Auch die Modulation der Bodentreter, wie Ibanez Tubscreamer und Pro Co RAT ist einmalig. Wenn man bedenkt, daß beim AX2 212 wirklich alle erdenklichen Effekte mit integriert sind, relativiert sich auch der Preis. Zusätzliche Effektgeräte sind demnach hinfällig.

Wohl der beste und vielseitigste Amp, der jemals das Licht der Gitarrenwelt erblickte: sowohl Live, als auch für Recordingzwecke unschlagbar. Wenn jemand auf der Suche nach dem Amp ist, bitte schön: das ist er !

èAmps und Cabs, die AX2 simulieren kann

èAusführlicher Testbericht

èFußpedale (Floorboard, FB4)

èSoundbeispiele im MP3-Format


POD - die ultimative Gitarrenrecording-Box

  • 28 verschidene Ampmodels (ohne PC/MAC 16), 15 Speaker Cab. Simulationen

  • Effekte: 2xChorus, 2xFlanger , Kompressor, Tremolo, Rotary (Leslie) , Swell, Reverb (Spring / Room), Delay, Noisegate, mit Floorboard: VOX-Wah

  • 36 User Plätze (mit PC/MAC unendlich viele)

  • Headphone/Line Out stereo

  • Midi In/Out

POD ist kein Amp, sondern „nur“ eine Gitarrenrecording-Box:

So gut wie alle möglichen und unmöglichen Sounds lassen sich mit dem POD originalgetreu reproduzieren (bzw. eigene, auch abgefahrene kreieren) und somit amtlich aufs Band, bzw. auf die Bühne bringen. Wenn ich Live immer eine gutes P.A./Monitoring besitze und somit auf ein herkömmliches Ampsystem verzichten kann, ist der POD wohl die beste Lösung: Nie wieder Amps und Stacks schleppen ohne auf den amtlichen 4x12“ (oder 4x10“, 2x12“,...) Sound verzichten zu müssen! Denn wie bei einem amtlichen Röhrenamp reagiert der POD auf jede Nuance und Feinheit beim Spielen, bzw. auf veränderte Reglereinstellungen, die entsprechend ihrer Vorbilder auch verschieden stark ins Geschehen eingreifen. Einfach genial, wenn man den Druck eines aufgerissenen Soldano Amps mit 4x“12 Box auch in Zimmerlautstärke fühlen kann!

Selbstverständlich kann man vor den POD auch seine geliebten Bodentreter setzen und hat so eine (noch) größere Soundpalette. Auch als Preamp in einem neutral eingestelltem Amp/Endstufe macht der POD eine gute Figur. Allerdings sind, was die Vielseitigkeit des POD angeht die besten Soundergebnisse mit einer herkömmlichen Stereoanlage, bzw P.A. oder einem Keyboardverstärker zu realisieren, da diese alle Frequenzen wiedergeben. Diskussionen, welcher Poweramp wohl am geeignetsten für den POD ist, sind somit hinfällig. Denn wenn ich auf der Bühne nicht auf das Monitoring angewiesen sein möchte, dann kauf ich mir doch gleich den AX2 212 bzw den Flextone! Um den POD live auszureizen empfielt sich - wie eigentlich bei allen Line6-Produkten - der Einsatz des Floorboards.

Mit PC/MAC und der beigefügten Software (Emagic SoundDiver) kann man die 28 verschiedenen Ampmodelle mit den 15 verschiedenen Cabinets kombinieren! Auch lassen sich dann sämtliche Parameter über die man sonst nicht rankommt (auch nicht mit dem Floorboard) bedienerfreundlich regeln. Neue Sounds kann man im Internet herunterladen bzw. eigene anbieten. In de la musica' s POD Artist-Soundpool gibt es z.B. hunderte von POD-Patches verschiedenster Gitarristen. Neben hochwertigen Gitarrenaufnahmen lassen sich selbstverständlich auch hochwertige Bass- (bzw. Gesangs-, Key-, etc.) Aufnahmen realisieren, da der POD auch eine Röhren-Preamp-Simulation, wie er im Studio gerne u.a. für Gesang verwendet wird, besitzt.

Wenn man Live auf ein herkömmliches Ampsystem verzichten kann, bzw den POD „nur“ zu Recording-Zwecken einsetzen bzw. seinen vorhandenen Amp aufmöbeln möchte, ist POD wohl die beste und preisgünstigste Lösung.

èAmps, die POD simulieren kann

èAusführlicher Testbericht

èFußpedale (Floorboard, FB4)

èSoundbeispiele im MP3-Format



Flextone Series - die Flexiblen

  • 16 verschiedene Ampmodels + entsprechende Cabs

  • Effekte: 2xChorus, 2xFlanger , Kompressor, Tremolo, Rotary (Leslie) , Swell, Reverb (Spring / Room), Delay, Noisegate, mit Floorboard: VOX-Wah

  • 4 User Plätze, mit Floorboard 12 + 16 überschreibbare Presets

  • Midi Out

die verschiedenen Modelle der Flextone-series:

Flextone:

  • 60w mono
  • Headphone/Line Out stereo, Effect Send und Effect Return mono.

Flextone Plus:

  • 60w mono (1x12“ Eminence), mit Zusatzbox (Flextone Cab: 1x12“) 100w (!) stereo, da beim Anschluß der Satellitenbox der Output insgesammt um 40w erhöht wird.
  • Headphone/Line Out, Effect Send und Effect Return stereo

Flextone Duo:

  • 100w stereo (2x10“ Eminence)
  • Headphone/Line Out, Effect Send und Effect Return stereo

Flextone XL:

  • 100w stereo (2x12“ Eminence)
  • Headphone/Line Out, Effect Send und Effect Return stereo

Flextone HD:

  • 300w stereo Topteil.
  • Anschließbar an eine oder zwei Flextone Cab 212S (2x12“ Eminence 150w geschlossen, umschaltbar von mono nach stereo) oder an eine (oder mehrere) beliebige 2x12 / 4x12 Box(en)
  • Effect Send/Return in Stereo seriell oder parallel schaltbar, Line Out stereo


Flextone HD, das „Tier“ mit 300 Watt

16 verschiedene Ampmodelle inklusive der wichtigsten Effekte bieten einiges an Flexibilität auf der Bühne und beim Recorden. Zwar nicht die Bandbreite eines AX2 (oder POD mit PC/MAC), dafür aber in derselben Qualität und der zusätzlichen Möglichkeit, z.B. das Stereopanorama auf der Bühne durch eine weitere Box mehr als beim „normalen“ Stereocombo zu verbreitern (Flextone Plus) oder satte 300 Watt stereo mit 4x12“ Cabs zu fahren (Flextone Head). Alle Flextones sind vom Innenleben her gesehen grundsätzlich gleich, lediglich der Flextone Head ist unwesentlich modifiziert worden.

Die Effekte bei der Flextone-Serie sind im Vergleich zum POD (mit PC/MAC bzw. zum AX2) weniger flexibel einzustellen. Doch genau das schätzen viele Gitarristen, die sich nicht mit Treshhold, Decay, Diffusion oder ähnlichen Einstellungen herumärgern wollen. Spielend hat man mit ein oder zwei Regeleinstellungen sofort einen amtlichen Chorus, Flanger, Delay, etc. gefunden, da diese schon bedienerfreundlich und bühnentauglich vorprogrammiert worden sind.

Alle, die meinen mit 16 verschiedene Ampmodellen auszukommen, haben die Wahl sich für einen der fünf Flextones zu entscheiden:


Flextone:

  • das Puristenmodell: 60w Mono

Flextone Plus:

  • sehr praktisch: 60w mono daheim und auf der Bühne/Proberaum 100w (!) stereo mit Zusatzbox. Eigentlich eine geniale Idee.

Flextone Duo:

  • 100w stereo mit 2x10“ ist natürlicher weniger Druck von unten, als mit 2x12“. Aber gerade das wissen einige Gitarristen im Jazz/Countrybereich zu schätzen

Flextone XL:

  • Meiner Meinung nach simulieren auf der Bühne 2x12“ am deutlichsten verschiedene Cabs. Der Flextone XL ist das Pendant zum AX2

Flextone HD:

  • Wer's etwas lauter mag und sowieso nur Soldano-, Mesa Boogie- und Marshall-Simulationen benötigt, der kann auch getrost seine alte 4x12 Marshall Box hinhängen und 300w Stereo fahren.

Um live ebenfalls flexibel zu sein, wird man an einem Floorboard nicht vorbeikommen.


èAmps und Cabs, die Flextones simulieren können

èAusführlicher Testbericht

èFußpedale (Floorboard, FB4)

èSoundbeispiele im MP3-Format


Spider Series - die Powerbabys

Spider 112: 50w mono (1x12“ Eminence)

Spider 210: 50w stereo (2x10“ Eminence)

  • 6 Amp Models + entsprechende Cabs

  • Effekte (Regelmöglichkeiten etwas eingeschränkter als beim POD, AX2, Flextone): Chorus, Flanger, Tremolo, 3 x Delay (normal, Ping Pong, Tape Echo), Reverb, Noise Gate, mit Floorboard: Cry Baby Style - Wah

  • 4 user Plätze, mit Floorboard 12

  • Headphone/Line Out stereo



Der Kleine mit dem großen Ton ist Line6' erster Verstärker, der nur eigene Ampmodelle besitzt. Allerdings haben auch diese legendäre Väter, deren Grundcharaktere und positive Eigenschaften gemischt bzw. leicht modifiziert wurden. Das Resultat ist - wie von Line 6 gewohnt - erste Sahne. Die Effekte sind ebenfalls amtlich wie leicht zu handhaben.

Obwohl der Spider nur 50 Watt Ausgangsleistung besitzt, ist genügend Druck vorhanden, um auch Gigs in kleineren Clubs zu bestreiten. Wer einen handlichen und äußerst günstigen Amp sucht, der mit 6 verschiedenen Grundsounds und den wichtigsten Effekten ausgestattet ist, dem ist der Spider wärmstens zu empfehlen. Auch als luxuriöser Zweit-Amp mit optimalen Recording-Eigenschaften bietet sich der „Kleine“ an. Wem 50 Watt bzw. 6 Ampmodelle zu wenig sind, der muß sich selbstverständlich an die Flextone-Serie, den AX2 und/oder den POD halten.

Zwar ist das FB4 wohl eher in der Preisklasse für diesen Amp angesiedelt, doch würde ich in jedem Fall auch für den Spider das Floorboard empfehlen um live völlig flexibel zu sein.

èdie Spider Amp-Models (mit MP3-Files zum Anhören!!!)

èAusführlicher Testbericht

èFußpedale (Floorboard, FB4)