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Stompbox - Soundpool |
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Test |
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Testbericht aus Gitarre & Bass 1/00 |
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Vor fast genau einem Jahr erschütterte Line6 mit dem POD die Gitarristenwelt und entfachte Glaubenskriege. Dieses Mal wird die Diskussion wohl harmloser ablaufen, denn an digitale Effektgeräte hat man sich im Laufe der Zeit schon gewöhnt und das neue Konzept der Modeler könnte wohl auch noch den immer zweifelnden Traditionalisten überzeugen. Der Delay Modeler DL4 ist das erste erhältliche Gerät aus der Dreierserie ,,Stomp Box", die noch den Modulation Modeler MM4 und die Zerreinheit DM4 Distortion Modeler umfasst. Allen Geräten gemeinsam ist die digitale Simulation der bekanntesten und beliebtesten Effektgeräte, die teilweise nicht mehr mit noch soviel Geld und guten Worten abzustauben oder gänzlich vom Markt verschwunden sind (die Vintage Sammler sitzen drauf!). Für den einen sind die Stomp-Boxen interessant, weil er in grauer Vorzeit solche Gerätschaften besessen hat und vermisst, für die Jüngeren, um zu erfahren wie der Sound diverser Meilensteine im Rock-Zirkus entstanden sind oder z. B. ein Bandecho weder gehört noch gesehen haben. Keine Angst, Line6 simuliert diese Effekte zwar, allerdings bleiben deren mechanische Probleme außen vor bzw., wenn man die Zusatzeffekte nicht will, lassen sie sich ausblenden. Wie immer gibt es eine ausgezeichnete Bedienungsanleitung mit viel Backgroundwissen und z. T. schönen Fotos von den alten ,,Originalen". konstruktion Der Delay Modeler kommt im schmuck lackierten, stabilen Gussgehäuse daher und kann mit Batterien (vier Baby-Zellen) oder optionalem Netzteil (9 V 1200 mA) betrieben werden. Mit Alkaline-Batterien soll der DL4 laut Hersteller zwischen 20 und 30 Stunden seinen Dienst tun. Das Batteriefach befindet sich an der mit rutschfestem Gummimaterial beklebten Unterseite und lässt sich ohne Werkzeug öffnen bzw. schließen. Die Anschlüsse sind an der Stirnseite angebracht: Input Mono/L, R, Output Mono/L, R, Expression Pedal und Netzteil. Auf der Oberseite befinden sich, vor bösartigen Fußtritten gut geschützt, die Regler Model Selector (gerastert, 15 Delay-Presets plus 14 Sekunden Loop Sampler), Delay Time (max. 2,5 Sekunden), Repeats, Tweak, Tweez und Mix. Tweak und Tweez haben keine generelle Funktionen, die ändern sich je nach gewähltem Effekt-Preset oder Loop Sampler. Die vier stabilen Fußtaster aus Metall rufen im Delay-Modus drei Programme auf, mit dem ganz rechten (Tap Tempo) lässt sich durch zweimaliges Treten die Delay-Zeit auf das Song-Tempo abstimmen. Im Loop Sampler-Modus übernehmen die Taster von links nach rechts folgende Funktionen: Record, Overdub, Play/Stop, Play Once, Speed/Reverse. Zur Kontrolle, was gerade geschaltet ist, sind den Tastern hell leuchtende LEDs zugeordnet. Diese LEDs geben nebenbei auch über den Zustand der Batterien Auskunft. Blinken alle vier, sollten die Saftspender bald erneuert werden, blinkt gar nichts - klar, dann sind sie gänzlich leer. Wie bei Bodeneffekten üblich, wird der DL4 eingeschaltet, wenn die Buchse Input Mono/L belegt ist und nach Ziehen des Steckers abgeschaltet. Dieser Buchse kommen noch weitere Funktionen zu: Ab Werk ist der Delay Modeler mit True Bypass geschaltet, was bedeutet, dass im Bypass-Modus das Eingangssignal direkt auf den Ausgang geroutet wird (das bedeutet keinerlei Soundbeeinflussung im Bypass-Betrieb), somit die Delay-Wiederholungen nicht ausklingen können. Hält man den ersten und dritten Taster gedrückt und belegt Input Mono/L, wird der Bypass-Modus ,,Delay Remain" eingeschaltet. jetzt durchläuft das Eingangssignal auch im Bypass den Prozessor, so dass Delays auch nach dem Ausschalten ausklingen können - trickreich weil der Modeler diese Funktion speichert. Zum Ändern (True Bypass), wird die Prozedur noch einmal fällig. Fast genauso sind die Werk-Presets wieder einzuladen (die Eigenkreationen werden gelöscht): die Taster ganz links und rechts gedrückt halten, Kabel einstecken, fertig. Insgesamt macht diese Stomp Box einen durchdachten und vor allem robusten Eindruck, schließlich wird sie ja mit Füßen traktiert. praxis Fangen wir mit den Delays an, der Loop Sampler kommt später dran, weshalb es im Uhrzeigersinn von seiner Schaltstellung aus los geht. Tube Echo: Basiert auf einem 63er Maestro EP-1 (Röhren-Bandecho) mit verschiebbarem Wiedergabekopf; so waren Verzögerungszeiten bis 650 ms möglich. Hier stehen 2500 ms zur Verfügung, darüber hinaus bestimmt Tweak ,,authentische" Modulation (Bandleiern), die beim Original durch die Bandführung und dessen Verschleiß hervorgerufen wurden. Tweez gibt dem Ganzen die typische Wärme und leichte Anzerrung dieses Röhrengeräts. Im Vergleich zum Original fehlen dem DL4 die unvermeidbaren aber verzichtbaren mechanischen Geräusche des Antriebs sowie Rauschen und Brummen. Die Simulation ist bestens, erzeugt ein warmes, intensives Echo, dies allerdings ohne die Nachteile der Bandgeräte. Dreht man die Delay Regler zu, hat man einen reinen Röhren-Overdrive. Tape Echo: Simuliert die Transistor-Version des Maestro EP-3. Wenig Verzerrung, keine Einstellung des ,,Bandleierns", dafür per Tweak und Tweez Bass- und Höhenregelung. Insgesamt klingt diese Version etwas transparenter, ohne allerdings den Charme des Vintage-Effekts zu verlieren. MuIti-Head: Basiert auf dem legendären Roland RE-1 01 Space Echo (Bandecho). Hier wurden vier Tonköpfe verwendet, deren Lautstärke regelbar ist und so MultiTap-Delays zu erzeugen sind. Per Tweak simuliert der DL4 die Tonköpfe 1 &2, Tweez 3&4. jeweils in Mittelstellung sind beide aktiv, nach links der erste bzw. dritte, nach rechts der zweite bzw. vierte. Klasse Sounds sind durch diese einfache Regelung auf die Schnelle zu erreichen, bei einem Multieffekt muss man dazu erst einmal länger die Bedienungsanleitung wälzen. Sweep Echo: Eine Line6-Kreation, die auf Tube Echo basiert und zusätzlich ein regelbares Sweep-Filter zur Verfügung stellt. Tweak und Tweez bestimmen Geschwindigkeit bzw. Intensität der Sinuskurve, was in der Praxis leicht modulierte Delay-Klänge oder ganz abgedrehte ermöglicht. Lo Res Delay: Und die nächste Generation, die ersten digitalen Schaltkreise kommen Anfang der 80er jahre auf den Markt. Um diese ersten Schritte zu simulieren, lässt sich per Tweez die Auflösung zwischen Gestern (6-8 Bit) und Heute (24 Bit) regeln. Tweak fungiert als Höhenblende. Hier sind wirklich echte LoFi-Sounds zu realisieren, die in manchem Musikstil sehr willkommen sind und authentisch wiedergeben, was man damals als revolutionäre Neuerung abfeierte. Digital Delay: Ohne Vorbild; mit 24-Bit-Auflösung und True-Stereo-Routing (Ein-und Ausgänge von Original- und Effektsignal), um Geräte, die ein Stereosignal abgeben, z. B. den Modulation Modeler, in reinem Stereo weiter zu verarbeiten. Dank Klangregelung von Bässen und Höhen (Tweak u. Tweez) kann man zwischen etwas kaltem und natürlichem Effekt wählen. Digital Delay with Mod.: Ähnlich wie die analoge Version doch wesentlich transparenter und dichter klingend. Die Modulation (Chorus) beeinflusst nur das Effektsignal. Tweak regelt die Geschwindigkeit, Tweez die Intensität. Rhythmic Delay: Ein sehr effektives Preset. Hier wird die Delay Time per Tap Tempo eingegeben, denn der Regler Delay Time bestimmt, welche Rhythmik die Wiederholungen haben! Von links nach rechts: 32stel, 1 6tel-Triolen, 1 6tel, Stel-Triolen, Btel, 4tel-Triolen. Und als wäre das nicht schon faszinierend genug, lässt sich mittels Tweak und Tweez noch eine leichte Modulation des Effektsignals einstellen. Genial! Stereo Delays: Dank der in Stereo ausgelegten Signalführung von Original- und Effektsignal ist dieser verblüffende Effekt möglich. Man kann die Verzögerungszeiten für links und rechts getrennt einstellen, was viele bekannte Gitarristen machen, um ihren Breitwand-Sound zu erhalten. Hier lassen sich äußerst spektakuläre Stereo-Klänge realisieren; in Mono-Betriebsart werden die beiden Effektsignale zusammengemischt. Ping Pong: Dieses Preset gefällt nicht nur durch Klang, sondern vor allem durch die kinderleichte Bedienung. Delay Time bestimmt die Verzögerungszeit des linken Signals, Tweak agiert für die des rechten. Die beiden Regler sind allerdings so kombiniert, dass man in Mittelstellung von Tweak dieselbe Verzögerung erhält wie mittels Delay Time eingestellt. Es gibt schließlich kein Display, allerdings ist die Prozedur hier trotzdem einfacher gelöst. Mittelstellung gleich, nach links kürzer, nach rechts länger. Tweez bestimmt, wo sich die beiden Effektsignale im Panorama befinden. Reverse: Ein in vergangenen Tagen häufig benutzter Effekt. Egal, was man spielt, das Delay gibt es rückwärts wieder. Wer ganz taff ist, sollte das Originalsignal mal wegschalten. Vorsicht, keine Knoten in die Finger machen. Zusätzlich kann das über die beiden bekannten Regler moduliert werden. In diesem Preset ist die Verzögerungszeit auf 1250 ms beschränkt. Dynamlc Delay: Ein aus dem TC Electronic 2290 bekannter Effekt, der die Delays während des Spielens unterdrückt und erst in einer Pause hörbar macht. Sehr interessant, wenn man heftige, intensive Delays braucht, die aber bei schnellen Licks alles zukleistern würden. Tweak bestimmt Treshold, Tweez die Lautstärke der ,,unterdrückten" Delays. Auto-Volume Echo: Auto-Volume blendet das Gitarrensignal nach dem Anschlag automatisch ein; beliebter Effekt um z. B. Streicher zu imitieren. Tweez bestimmt die Anschwellzeit, Tweak gibt dem Ganzen das von den Tape Delays bekannte ,,Bandleiern". Loop Sampler: Hier haben wir einen kinderleicht zu bedienenden Sampler zur Verfügung, der über den Input eingespielte Phrasen in beliebiger Länge (maximal 14 Sekunden) aufzeichnet. Auch Delay mit max 800 msec, Echowiederholungen, Modulation auf dem Delay und in der Intensität einstellbar, kann mit aufgenommen werden, und auch das Expression Pedal kann benutzt werden. Jetzt aber: dieses aufgezeichnete Sample kann normal abgespielt werden, wahlweise aber auch in halber Geschwindigkeit oder aber auch rückwärts, oder sogar beides. Wenn man sich für eine Variante entschieden hat, kann man nun über dieses (bearbeitete) Sample overdubben. Und wieder die Geschwindigkeit verändern oder rumdrehen, wie man es will. Aktiviert man die Geschwindigkeitsfunktion vor dem Aufnehmen eines Samples, kann man dieses auch in doppelter Geschwindigkeit (und natürlich auch rückwärts) abspielen. Der Verrücktheit sind somit keine Grenzen gesetzt. Der Speicherinhalt bleibt solange erhalten, bis man eine neue Aufnahme startet oder das Gerät ausschaltet. Alle Start, Stop, Record und Overdub Funktionen werden per Fußtaster aktiviert. Die Aufnahme startet mit dem Drücken des Record-Tasters und endet mit dem Drücken der Play/Stop, man kann also die Länge einer Phrase selbst exakt bestimmen (das ist nicht bei allen Loopern normal). Auch einmaliges Abspielen der Phrase ist möglich, gut zum Beenden einer Sample Session. speichern/expression-pedal Das Speichern von Presets geht ganz einfach vonstatten: Hat man eine Einstellung gefunden, wird einer der drei Taster für drei Sekunden gedrückt gehalten, fertig. Gut, drei User-Presets sind in der heutigen Zeit verdammt wenig, doch besteht ja noch die Möglichkeit per Tap Tempo die Delay-Zeit jederzeit zu ändern. Weitere ,,Presets" sind mit dem Expression Pedal zu erstellen; es muss nicht unbedingt das von Line6 sein, ein Volumen-Pedal funktioniert mittels Y-Kabel (Stereo-Klinke auf zwei Mono-Klinken) ebenso. Jetzt ist es möglich zwischen zwei Delays eines Presets überzublenden. Die Prozedur ist ebenfalls ganz einfach: Zunächst werden mit herunter gedrücktem Pedal ein Delay-Model gewählt und die Regler entsprechend eingestellt. Dann drückt man das Pedal durch und stellt z. B. eine andere Delay-Zeit ein, mit anderen Wiederholungen und einem anderen Mischungsverhältnis. Alle Parameter (außer dem Model-Wahlschalter) können gleichzeitig verändert werden. Soll das Ganze abgespeichert werden, einfach einen der drei laster drei Sekunden gedrückt halten. davor oder dahinter Die Konzeption als Vorschaltgerät sollte nicht davon abhalten, den DL4 einzuschleifen, am besten natürlich in eine parallele FX-Loop, obwohl auch im seriellen Betrieb kaum Klangtärbungen festzustellen sind. Bei den meisten Verstärkern am Markt funktioniert das Einschleifen ohne Probleme, allerdings kann eine sehr hochpegelige Loop zu digitalen Verzerrungen führen, die aufgrund fehlender Pegelsteller am DL4 nicht abzustellen sind. Dann eben davor und keine Bange wegen Delay vor der Verzerrung, schließlich hatten Jimmy Page und Konsorten keinerlei andere Möglichkeit ihr Echoplex zu integrieren; The Edge von U2 hat seine Effekte übrigens auch heute noch alle vor den Amp geschaltet! Und natürlich kann man den Delay Modeler auch problemlos mit Mischpulten betreiben, in den Einschleifweg damit (den Mix Regler voll auf, d. h. das Original-Signal ausgeblendet) und schon steht ein vollwertiges Arbeitspferd mit verrückten Effekten bereit. resümee Der Line6 DL4 Delay Modeler hat im Test durch seine gelungene Simulation von Echogeräten aus den verschiedensten Generationen der Schaltungstechnik voll überzeugt. Der Loop Sampler ist vor allem ein witziges und äußerst praktisches Werkzeug zum Üben, Basteln, zum Erstellen von Sound-Kollagen und zum Ausflippen. All dies ist sehr einfach und praxisgerecht zu bedienen, was will man mehr? Tja, mehr Speicherplätze wären schön - doch mal ehrlich, genügt es für die meisten Einsätze nicht, drei verschiedene Typen aus dem Echogerät-Angebot abzuspeichern und dann die Verzögerungszeit per Tap Tempo einzustellen oder per Expression Pedal zwischen zwei Einstellungen überzublenden? Ich glaube schon! Alles in allem verfolgt Line6 mit der Stomp Box-Serie einen völlig anderen Ansatz als sonstige Hersteller von Multi-Effektgeräten; und wer sich z.B. mit dem Delay Modeler einmal näher auseinandersetzt, wird erkennen, dass es noch etwas anderes gibt, als 15 Effekte gleichzeitig, und der Preis voll in Ordnung geht - ein gebrauchtes, verschlissenes Echoplex ist jedenfalls wesentlich teurer und zudem wartungsintensiv.
· Konzept · Auswahl der Echogeräte · Klanggüte · Loop Sampler · Nebengeräuschverhalten · Bedienung |
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| Fabrikat: Line6 | |||||||
| Modell: DL4 Delay Modeler | |||||||
| Herkunftsland: USA | |||||||
| Gerätetyp: Bodeneffekt; programmierbares Delay plus Loop Sampler (14 sek.) in Digital-Technik | |||||||
| Gehäuse: Druckguss, Batteriefach im Boden | |||||||
| Anschlüsse: Input MonolLeft, Right,Output MonolLeft, Right, Expression Pedal (optional), Netzteil (optional) | |||||||
| Regler: Model Selector, Delay Time, Repeats, Tweak, Tweez, Mix | |||||||
| Schalter: A (Record/Overdub), B (Play/Stop), C (Play Onre), Tap Tempo (1/2 Speed/Reverse); jeweils mit LED | |||||||
| Maße: 250 x 60 x 150 (BHT, mm) | |||||||
| Gewicht: ca. 1,6 (kg) | |||||||
| Fuhrpark: Fender Stratocaster u. Telecaster, Gibson Les Paul; diverse Marshall- u. Fender-Verstärker, diverse Bodeneffekte, Mischpult | |||||||
| Preise: ca. DM 749,- (inkl. Batterien) | |||||||
| Exp. Pedal: ca. DM 175,- | |||||||
| Netzteil: ca. DM 39,- | |||||||
| Udo Klinkhammer/Dieter Roesberg in Gitarre&Bass 1/OO (MM-Musik-Media-Verlag, Köln) | |||||||